Nachhaltig oder nur ein grüner Filter?
Was ist Greenwashing?

Greenwashing bedeutet so viel wie „sich grünwaschen“. Unternehmen tun dabei so, als wären sie besonders umweltfreundlich – auch wenn das in Wirklichkeit kaum oder gar nicht stimmt. Mit geschicktem Marketing Strategien versuchen sie, sich ein nachhaltiges Image zu geben, ohne ihr Verhalten wirklich zu ändern.
Dazu gehört oft, Informationen wegzulassen, zu beschönigen oder sogar falsche Eindrücke zu vermitteln. Manche Firmen betonen zum Beispiel angebliche Klimaneutralität, gute Arbeitsbedingungen, umweltfreundliche Lieferbedingungen oder einen sauberen Produktionsprozess, obwohl ihre Produkte eigentlich alles andere als umweltfreundlich sind.
Greenwashing kann das ganze Unternehmen betreffen oder nur einzelne Bereiche wie Transport, Energieverbrauch oder den Einsatz von Chemikalien. Das Fokussieren auf einzelne „grüne“ Aspekte hilft ebenso die zu verstecken, die das Gegenteil sind. Oft wissen die Verantwortlichen ganz genau, dass ihre Produkte der Umwelt schaden und nutzen Greenwashing, um das zu verstecken.
Grün gesagt, grau geregelt
Gesetzeslücken
Begrifflichkeiten: Greenwashing nutzt häufig schwammige und unkonkrete Begriffe, die ohne klare Kriterien verwendet werden. Zudem fehlt es oft an Argumenten, die das Gesagte untermauern. Typischer Greenwashing-Sprech klingt oft vage, übertrieben positiv oder nutzt Begriffe, die gut klingen, aber wenig Substanz haben. Unternehmen nutzen oft Wörter, die „grün“ klingen, aber nichts Konkretes aussagen.
Falsche Siegel: Nicht jedes nachhaltig wirkende Siegel ist verlässlich. Manchmal entwickeln Unternehmen einfach ihre eigenen grünen Siegel oder Logos, die wie offizielle Siegel aussehen, aber keinerlei externe Prüfung oder Standard erfüllen. Diese dienen oft rein der Imagepflege. Die hauseigenen Labels erfüllen oft gerade mal die gesetzlichen Mindestanforderungen.

Werben mit gesetzlich vorgesehenen Eigenschaften: Eine weitere Form von Greenwashing ist das Werben mit irrelevanten Produkteigenschaften, die ohnehin gesetzlich verpflichtend sind. Zum Beispiel gilt beim Service, wenn es etwa 24 Monate Gewährleistung heißt, was oftmals gesetzlich vorgeschrieben ist. Auf diese Weise vermitteln Unternehmen jedoch den Eindruck, dass ihr Service oder Produkt einen (grünen) Vorteil gegenüber anderen aufweist, den es gar nicht gibt.
Green Claims im Check

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Hinweis: Platzierung der Begriffe in der Grafik, kann von der Realität abweisen!
Diese Grafik zeigt, wie oft grüne Begriffe in IT-Werbung vorkomme, und wie stark sie gesetzlich geregelt sind. Hover über die Punkte, um mehr über jeden Begriff zu erfahren.
Grüne Äpfel schmecken sauer!
Hier finden sich Praxisbeispiele aus dem IT-Bereich, die sich nicht nur auf einzelne Produkte, sondern auch auf ganze Firmen beziehen.

Applewatch 2023
Apple hat ihre Applewatch als CO2-neutral beworben, dadurch dass Emissionen bereits bei Herstellung und Transprt vermieden werden als Kompensation. Bei genaueren Einblick in ihre Angaben un den dazugehörigen Belegen, hat sich aber herausgestellt, dass die Kompensationen der Emission wenig bis zu kaum etwas beitragen, weshalb das deutsche Gericht im Fall gegen Apple ihr Urteil fällte.

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